Formel 1 in Monaco

Formel 1 in Monaco als Fan: So erlebt man den Grand Prix vor Ort

Obwohl der Große Preis von Monaco mittlerweile längst nicht mehr das einzige Stadtrennen im Formel-1-Kalender ist, bleibt er für viele Fans noch immer der Höhepunkt des Jahres. Auch ich habe als kleines Kind davon geträumt, die Königsklasse einmal in den Häuserschluchten von Monte Carlo live zu erleben. Ich dachte allerdings lange Zeit, dass das wohl ein unerreichbarer Traum bleiben würde. Viel zu aufwendig und vor allem viel zu teuer?

Mittlerweile weiß ich: Ganz so unerreichbar wie gedacht ist es nicht. Natürlich ist ein Besuch beim Grand Prix von Monaco kein günstiger Wochenendtrip. Vor allem die Formel-1-Tickets können mit mehreren hundert Euro ordentlich ins Geld gehen.

Betrachtet man aber das gesamte Erlebnis, muss Monaco nicht zwangsläufig teurer sein als andere Formel‑1‑Rennen. Entscheidend ist vor allem, wie Anreise und Unterkunft organisiert werden. Und genau hier kannst du einiges richtig – aber auch einiges falsch – machen.

Flugzeug oder Auto: Wie komme ich zur Formel 1 in Monaco?

Zuallererst stellt sich die Frage, wie du überhaupt nach Monaco kommst. Grundsätzlich gibt es dafür zwei Möglichkeiten: Entweder geht es mit dem Flugzeug nach Nizza und von dort mit der Bahn weiter ins Fürstentum. Oder du reist direkt mit dem Auto an.

Die Variante über Nizza ist sicherlich die naheliegendste. Der Flughafen liegt vergleichsweise günstig. Von dort geht es entweder mit dem Bus (Linie 80) direkt nach Monaco oder zunächst ins Stadtzentrum von Nizza und schließlich mit der Bahn weiter. Die Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln hat einen Vorteil: Wenn du nicht direkt im Fürstentum übernachten möchtest, kannst du dir ein Hotel in Nizza suchen und jeden Tag mit dem Zug nach Monaco fahren.

Außerdem musst du dich nicht um einen Parkplatz kümmern und kannst dir den teilweise stressigen Verkehr rund um Monaco sparen. Allerdings ist gerade am Rennwochenende nicht zu unterschätzen, wie viele Menschen dieselbe Idee haben: Morgens wollen Tausende Fans gleichzeitig nach Monaco, nach den Sessions geht es in die entgegengesetzte Richtung.

Warum die Anreise mit dem Auto seine Vorteile hat

Tatsächlich kann ich persönlich die Anreise mit dem Auto empfehlen, weil du dadurch auch bei der Wahl der Unterkunft deutlich mehr Möglichkeiten hast. Du kannst dir ein Hotel in der näheren Umgebung von Monaco suchen oder sogar von Italien aus nach Monaco reisen. Von der Autobahn geht es ziemlich schnell in eines der zahlreichen Parkhäuser.

Mein Tipp: Parking Les Salines

Das Parkhaus Parking des Salines am westlichen Stadteingang von Monaco (Adresse: 95 Boulevard du Jardin Exotique / Avenue Pasteur) bietet rund 1.800 Stellplätze auf 15 Ebenen. Es ist rund um die Uhr geöffnet und das Ticket lässt sich vorab online buchen – für kaum mehr als 10 Euro pro Tag.

Von dort ist der Weg in Richtung Innenstadt und Rennstrecke ausgeschildert. Am ersten Tag brauchst du vielleicht noch ein wenig, um dich zu orientieren und die richtige (und kürzeste) Route zu finden, weil es zahlreiche Fahrstühle, Brücken und Tunnel gibt. Spätestens am zweiten Tag hast du die Wege aber schnell raus.

Formel 1 in Monaco

Die Strecke ist etwa zwei Kilometer lang und lässt sich in weniger als 20 Minuten zurücklegen. Die meiste Zeit verbringt man wohl beim Warten vor den Aufzügen. Wenn du nicht laufen möchtest, kannst du alternativ die angebotenen Shuttlebusse nutzen, die vom Parkhaus in Richtung Stadt fahren. Im Parkticket sind außerdem zehn Busfahrten in der Stadt inklusive.

Ich würde allerdings den Fußweg empfehlen: So bekommst du schon einen kleinen Eindruck von der Stadt und lernst auch noch ein paar andere Ecken von Monaco kennen.

Unterkunft: Es muss nicht unbedingt in Monaco sein …

Die Suche nach einem bezahlbaren Hotelzimmer während des Monaco-Grand-Prix ist eine der größten Herausforderungen. Die Nachfrage ist hoch, die Auswahl begrenzt und entsprechend steigen die Preise. Wenn du nicht bereit bist, für ein Hotelzimmer ein kleines Vermögen auszugeben, solltest du deshalb unbedingt auch die Umgebung berücksichtigen.

Gerade mit einem Auto ist das relativ unkompliziert. Du kannst außerhalb von Monaco übernachten, morgens zum Parkhaus fahren und von dort zu Fuß zur Rennstrecke gehen. Das kostet etwas Zeit und man darf abends an der Strecke keinen Absacker mehr trinken oder die Party genießen, erspart aber unter Umständen erhebliche Übernachtungskosten.

Mein Tipp: Du kannst den Besuch in Monaco mit einem Urlaub in Italien oder Frankreich verbinden und ein Hotel suchen, das nicht allzu weit vom Fürstentum entfernt liegt.

Monaco-Grand-Prix: Welches Ticket brauche ich?

Neben der Frage nach dem Hotel ist vor allem die Wahl der Formel-1-Tickets nicht ganz einfach zu beantworten. Ein Ticket für das komplette Wochenende in Monaco ist nicht gerade günstig und kann je nach Tribüne mehrere hundert Euro kosten. Wenn du nur am Donnerstag oder Freitag vor Ort bist, kannst du mit einem Tagesticket etwas Geld sparen.

Dafür musst du natürlich auf die wichtigsten Sessions verzichten. Wenn du unbedingt Qualifying und Rennen erleben möchtest, kommst du um ein Wochenendticket nicht herum. Solltest du vor allem Monaco und das besondere Flair des Grand Prix kennenlernen wollen, geht das auch mit einem einzelnen Tag oder sogar einem Besuch unter der Woche.

Formel 1 in Monaco: Welche Tribüne ist die richtige?

Wenn du ein Ticket kaufst, stehst du anschließend vor der nächsten Herausforderung: Wo soll ich überhaupt sitzen? Eine eindeutige Antwort gibt es darauf nicht, denn praktisch jede Tribüne hat ihre eigene Besonderheit mit verschiedenen Vor- und Nachteilen.

Mein persönlicher Tipp ist die Tribüne K am Port Hercule, die sich von der Tabac-Kurve bis zur Schwimmbad-Schikane erstreckt. Von dort hat man einen schönen Blick über den Hafen und auf das Panorama von Monte Carlo. Wer in der letzten Reihe sitzt, kann außerdem hinter sich in Richtung Boxenausfahrt und Start-Ziel-Gerade schauen. Mitunter sind aber Bäume davor.

Formel 1 in Monaco

Auf der Tribüne K bekommst du eine Perspektive, die den besonderen Charakter des Formel-1-Rennens im Fürstentum perfekt einfängt: die Rennstrecke, und dahinter der Hafen mit den luxuriösen Jachten sowie der Blick auf die beeindruckenden Hochhäuser.

Eine Alternative ist die Tribüne T, von der aus ein Blick in die Boxengasse möglich ist. Wenn du vor allem die berühmte Schwimmbad-Schikane sehen möchtest, solltest du dir die Tribünen N, O oder P anschauen. Letztlich hat jede Tribüne ihren eigenen Reiz. Und wenn du mehrere Tage in Monaco verbringst, kannst du natürlich auch unterschiedliche Bereiche ausprobieren.

Wichtig: Sonnenschutz nicht vergessen

Die meisten Tribünen bei der Formel 1 in Monaco sind nicht überdacht. Deshalb ist es wichtig, sich gut vor der Sonne zu schützen und eine Kopfbedeckung mitzunehmen. Vor Ort gibt es kostenlose Spender für Sonnencreme, darauf solltest du dich allerdings nicht verlassen. Trinken ist ebenfalls notwendig.

Warum sich ein Besuch kurz vor der Formel 1 in Monaco lohnt

Du solltest auf jeden Fall ein paar Tage vorher anreisen bzw. schon vorher einen Besuch in Monaco planen. Denn am Montag, Dienstag und Mittwoch kommst du noch sehr viel näher an das Geschehen heran. Du kannst zuschauen, wie die Teams in der Boxengasse aufbauen und die letzten Vorbereitungen an der Strecke getroffen werden.

Dann ist es mitunter sogar möglich, die Strecke einmal zu Fuß abzulaufen. Natürlich sind nicht alle Bereiche zugänglich und einige Straßen bleiben weiterhin für den normalen Verkehr geöffnet. Trotzdem bekommt man einen ganz anderen Eindruck vom Circuit de Monaco.

Formel 1 in Monaco

Ab Donnerstag ist damit allerdings Schluss. Dann wird Monaco endgültig zur Rennstrecke für die Königsklasse. Die entsprechenden Bereiche sind dann abgesperrt und ohne gültiges Ticket kommst du kaum noch an die Strecke heran. Von außen ist nur sehr wenig zu sehen, bis die Straßen nach der Session der Formel 1 am Abend wieder für den Verkehr geöffnet werden.

Natürlich existieren ein paar Aussichtspunkte und kleine Geheimtipps, von denen sich zumindest ein Teil der Strecke aus der Ferne sehen lässt. Wer den Grand Prix wirklich verfolgen möchte, sollte sich darauf aber nicht verlassen. Denn ohne Ticket ist die Formel 1 in Monaco tatsächlich erstaunlich gut abgeschirmt, obwohl sie mitten durch die Stadt führt.

Monaco-Grand-Prix: Wie teuer sind Essen und Trinken?

Wer sich innerhalb der Formel-1-Bereiche mit Essen und Getränken versorgt, sollte etwas mehr Geld mitnehmen. Die Preise an den offiziellen Ständen sind naturgemäß nicht unbedingt auf Discounter-Niveau. Es gibt allerdings eine Alternative: den Supermarkt. Davon gibt es in der Stadt gleich mehrere, unter anderem direkt auf Höhe der Start-Ziel-Geraden.

Dort kannst du dir auch während der Renntage etwas zum Essen oder ein paar kühle Getränke kaufen. Und selbst in den Restaurants ist es mitunter gar nicht so teuer, wie du vielleicht denkst: Am Mittwoch vor dem Rennen habe ich in einem Burgerladen direkt an der Strecke etwas mehr als 30 Euro für zwei Burger inklusive Getränke bezahlt.

Es geht allerdings auch anders: In einigen Nebengassen und den teureren Stadtvierteln kann eine kleine Margherita-Pizza auch gerne mal 30 Euro kosten. Es lohnt sich also, genau hinzuschauen und nicht das erstbeste Restaurant aufzusuchen. Dann lässt sich Geld sparen.

Formel 1 in Monaco: kein Rennen wie jedes andere

Was den Grand Prix von Monaco wirklich besonders macht, ist für mich allerdings nicht nur die Strecke. Es ist vor allem die Stimmung und die Atmosphäre drumherum. Man muss kein Fan der „Schickimicki“-Szene sein, aber irgendwie packt einen das Ambiente dann doch.

Formel 1 in Monaco

Die besondere Kulisse der Côte d’Azur, der Hafen und die Skyline von Monte Carlo machen dieses Formel-1-Rennen einfach besonders und einzigartig. Und irgendwie versteht man nach einem Besuch noch viel besser, warum dieser Grand-Prix noch immer Kultstatus genießt.

Natürlich kann man auch andere Formel-1-Rennen besuchen und dort fantastische Erlebnisse haben, aber fast nirgends ist die Königsklasse für den normalen Zuschauer so nahbar wie in Monte-Carlo. Denn die Leitplanken sind oft nur wenige Meter entfernt.

Mein Fazit: Formel 1 in Monaco muss man erlebt haben

Als Kind war Monaco für mich ein Ort, den ich wahrscheinlich nie selbst erleben würde. Zu teuer, zu exklusiv, zu kompliziert. Heute würde ich das etwas anders sehen. Ja, Monaco ist teuer. Vor allem die Tickets können ordentlich ins Geld gehen, aber das gilt mittlerweile leider für alle Rennen der Königsklasse. Mit 50 Euro kommt man dort nicht mehr weit.

Wer allerdings bereit ist, etwas Geld in die Hand zu nehmen, um die Formel 1 live zu erleben, der sollte das Rennen im Fürstentum zumindest einmal ins Auge fassen. Die Action auf der Strecke hält sich zwar in Grenzen, dafür ist das Drumherum einfach besonders.

Monaco ist nicht einfach nur ein Formel-1-Rennen, das man sich auf einer Tribüne anschaut. Es ist ein Wochenende, an dem sich eine komplette Stadt zum Rennzirkus wandelt, und Ausnahmezustand herrscht. Und genau deshalb gehört der Besuch des Grand Prix für mich zu den Erlebnissen, die man als Formel-1-Fan zumindest einmal gemacht haben sollte.

Sönke Brederlow

Sönke Brederlow

Sönke Brederlow, Baujahr 1991, ist Rennfahrer, Journalist und Fahrzeugingenieur. Der Kölner arbeitet als freiberuflicher Texter, unter anderem für Motorsport-Total.com, und ist als aktiver Rennfahrer und Fahrercoach tätig. Sönke hat ein abgeschlossenes Bachelorstudium der Fahrzeugtechnik, was bei der Arbeit als Rennfahrer und Journalist hilfreich ist.