Testbericht: RaceBox für Trackday & Co.

Zu Beginn des Jahres wurde mir in den sozialen Netzwerken erstmals die „RaceBox“ angezeigt – ein kleines Gerät zur einfachen Beschleunigungsmessung des eigenen Fahrzeugs. Gleichzeitig eignet sich die RaceBox als Lap Timer. Dank Handy App können die Daten am Smartphone angezeigt werden. Die günstige Alternative zu Race Navigator und Co? Keine Frage: Ich musste die RaceBox testen!

Der Lieferumfang der RaceBox

Die RaceBox wird in einem schicken Karton geliefert, in dem sich neben einem USB-Ladekabel auch die Saugnapfhalterung sowie eine externe GPS-Antenne befindet. Die Nutzung der Antenne ist optional, denn das Gerät ist auch intern mit einem 10Hz GPS-Empfänger ausgestattet. Somit ist alles enthalten, um die RaceBox direkt und ohne große Vorbereitung zu nutzen.

Überzeugt der Drag Meter?

Die RaceBox ist geeignet, um die Beschleunigung des eigenen Fahrzeugs zu messen. Das Gerät misst klassische Werte (0 bis 60 km/h; 0 bis 100 km/h; 100 bis 200 km/h) sowie selbst definierte Bereiche. Zudem lässt sich die Zeit auf der Viertelmeile anzeigen. Die Zeitmessung funktioniert anhand der gemessenen GPS-Werte selbstständig, sodass die Hände zu jeder Zeit am Lenkrad bleiben können.

Anschließend lassen sich die Daten per WLAN auf das Smartphone übertragen, um sich Diagramme und Zeiten übersichtlich anzeigen zu lassen. Praktisch: Die RaceBox ermittelt auch den Verlauf der Höhe, sodass Steigungen oder Gefälle direkt in die Messung mit einfließen. Schummeln? Geht nicht! Auf dem Smartphone werden Diagramme zu Geschwindigkeit, Höhe und den G-Kräften angezeigt. Auch die zurückgelegte Distanz ist notiert. Die Möglichkeit, verschiedene Messungen miteinander zu vergleichen, gibt Aufschluss über Zeitgewinn oder -verlust. Die Genauigkeit der Werte liegt laut Hersteller bei einer Hundertstelsekunde.

Was kann der Lap Timer?

Für Trackday-Fahrer eignet sich die RaceBox vor allem aufgrund der Rundenzeitmessung. Mehr als 2.000 Rennstrecken in unterschiedlichen Varianten stehen zur Auswahl, um die Rundenzeiten zu messen. Auch die Erstellung eigener Strecken ist möglich. Dank definierter Start- und Ziellinien sowie Sektoren kann die RaceBox direkt genutzt werden. Für unseren Test haben wir uns die Nordschleife ausgesucht. Während der Fahrt wird neben der aktuellen Geschwindigkeit und der jeweiligen Runde auch die mitlaufende Zeit angezeigt. Außerdem kann sich der Nutzer dank „Predictive Mode“ die Hochrechnung der entsprechenden Rundenzeit anzeigen lassen. Somit wird direkt deutlich, ob man auf dem Weg zu einer neuen Bestzeit ist oder auf den ersten Metern schon zu viel Zeit verloren hat.

In der RaceBox ist ein 2500mAh LiPo-Akku verbaut, der für einen Tag auf der Rennstrecke völlig ausreichend ist. Die gesammelten Daten lassen sich wieder auf das Smartphone übertragen, um weitere Analysen vorzunehmen. Schließlich soll die RaceBox dabei helfen, die Rundenzeiten zu verbessern. In der App lässt sich nicht nur die gefahrene Bestzeit, sondern auch die theoretische Bestzeit anzeigen, die sich aus den Bestwerten aller Sektoren ergibt. Zudem werden interessante Daten, wie Höchstgeschwindigkeit, maximale G-Kraft und die GPS-Genauigkeit angezeigt. In unserem Fall wurde die Runde mit einer Genauigkeit von 0,34 Metern aufgenommen.

Nun schauen wir uns die Möglichkeiten der Analyse einmal genauer an. In der App ist die Darstellung einer Streckenübersicht möglich, in der die gefahrene Linie der ausgewählten Runde angezeigt wird. Zudem lassen sich Geschwindigkeiten sowie Längs- und Querkräfte anzeigen. Richtig spannend wird es allerdings erst, wenn zwei Runden miteinander verglichen werden. Hierbei lassen sich die Linien direkt aufeinanderlegen, um die verschiedenen Werte miteinander zu vergleichen. Im Gegensatz zur professionellen Datenauswertung im Motorsport sind die Möglichkeiten natürlich begrenzt. Aufgrund fehlender Werte zu Gas- und Bremspedalstellung, lassen sich Bremspunkte nur schwer vergleichen. In diesem Fall müssen die Werte der Längsbeschleunigung ausreichen.

Fazit: Die RaceBox überzeugt!

Die RaceBox bietet viele Möglichkeiten zum kleinen Preis. Sicherlich gibt es Apps, die ähnliche Funktionen zu günstigeren Kosten bieten, doch die RaceBox arbeitet als unabhängiges Gerät. Das zahlt sich vor allem für Touristenfahrer aus, die auf ihrem Handy parallel das System von „TrackSecure“ nutzen möchten. Zudem ist die Genauigkeit und Abtastraste des GPS mit 10Hz höher als bei den meisten Smartphones, die meist 1Hz aufweisen. Zwar lassen sich durch externe Adapter (Bluetooth, ODB, etc.) genauere und auch zusätzliche Daten, wie die Pedalstellung, mit einbinden, doch jedes zusätzliche Gerät kostet Strom und muss separat verbunden werden. Und das kann Nerven kosten…

Standardbild
Sönke Brederlow
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